Dr. István Adámy

9. Dan · Hanshi

Dr. István Adámy

Gründungspräsident der Global Kyokushin Budokai (Kaicho)

Hanshi István Adámy – Ingenieur, Karatelehrer und Gründungspräsident der Global Kyokushin Budokai

István Adámy begann 1970 an der Hochschule für Körpererziehung (Testnevelési Főiskola) Judo und Karate zu lernen. Im Kyokushin Karate erreichte er 1973 den 5. Kyu und 1975 den 4. Kyu. Im selben Jahr schloss er sein Studium als Maschinenbauingenieur ab und trat als Ingenieur für Flugzeugtriebwerke in die ungarische Fluggesellschaft MALÉV ein.

1976 erreichte er den 1. Kyu, den braunen Gürtel, und eröffnete in Budapest den ersten Kyokushin-Karateklub Ungarns. Im folgenden Jahr legte er in Polen als erster ungarischer Kyokushin-Praktizierender erfolgreich die Prüfung zum 1. Dan, dem schwarzen Gürtel, ab. 1977 ernannte ihn Sōsai Masutatsu Ōyama, der Begründer des Stils, zum Branch Chief für ganz Ungarn; damit wurde er der offizielle Leiter der ungarischen Kyokushin-Organisation.

1979 organisierte er die erste ungarische Kyokushin-Meisterschaft. 1980 erreichte er den 2. Dan, 1982 den 3. Dan. 1983 gab er seinen Ingenieursberuf auf, um sich hauptberuflich dem Unterrichten und Organisieren von Karate zu widmen; sein Klub nahm damals den Namen Samurai an.

1983 beauftragte ihn Meister Oyama mit der fachlichen Entwicklung des Kyokushin Karate in den Ländern Osteuropas. In diesem Auftrag leistete er umfassende Hilfe in Unterricht und Organisation für die Karategemeinschaften der Sowjetunion und später ihrer Nachfolgestaaten sowie Rumäniens, Bulgariens, der Slowakei und Jugoslawiens.

Ebenfalls 1983 veranstaltete er den ersten IBUSZ–Oyama-Cup, an dem Meister Oyama persönlich teilnahm. 1984 erhielt er von Meister Oyama in Anerkennung seiner Arbeit für die Entwicklung des Kyokushin den 4. Dan. Im selben Jahr erwarb er die Qualifikation als Karatetrainer im ersten offiziellen ungarischen Karatetrainer-Lehrgang, den das TFTI veranstaltete.

1985 veranstaltete er den zweiten IBUSZ–Oyama-Cup, wieder mit Meister Oyama als Ehrengast. In diesem Jahr erschien sein erstes Buch, „Kyokushin Karate“. Auf Einladung von Meister Oyama trainierte er mehr als einen Monat lang im zentralen Dojo in Tokio, und auf Bitte von Meister Oyama gab er bei der 17. Offenen Japanischen Meisterschaft eine Vorführung.

Messingtafel mit dem eingravierten Porträt von István Adámy, einem Text auf Japanisch und Englisch, Mas Oyamas Unterschrift und seinem roten Siegel
Dankesurkunde (Kanshajō) von Sōsai Masutatsu Ōyama, Tokio, 4. November 1985. Sie ehrt István Adámy, der aus Ungarn kam, um im Kyokushin-Hauptquartier (Honbu) in Tokio zu trainieren, für sein hartes Training – ein Vorbild für alle, die nach ihm kommen.Foto: Global Kyokushin Budokai

Den dritten IBUSZ–Oyama-Cup organisierte er 1986, den vierten 1988. 1989 richtete er in Budapest eine Kyokushin-Karate-Europameisterschaft aus, bei der ihm Meister Oyama persönlich den 5. Dan verlieh. 1996 erhielt er den 6. Dan.

2000 schloss er sich der internationalen Organisation von Jon Bluming an, in der er 2001 den 7. Dan erhielt. In den folgenden Jahren veröffentlichte er weitere Bücher über das technische, methodische und theoretische Wissen des Kyokushin.

Am 15. März 2005 zeichnete ihn Staatspräsident Ferenc Mádl mit dem Ritterkreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn aus – für mehr als drei Jahrzehnte als Trainer und Lehrer bei der Einführung und Pflege des Karate in Ungarn und bei der Erziehung der Jugend.

2005 wurde er Direktor des Technischen Komitees der internationalen Organisation von Jon Bluming und erhielt den 8. Dan und den Titel Hanshi. Im selben Jahr verließ er die Organisation und setzte seine internationale fachliche Arbeit bis 2013 unter der Leitung von Gerard Gordeau fort.

2008 eröffnete er in Budapest sein eigenes Honbu Dojo, und 2009 startete er die Fachausbildung der Budo-Akademie (Budó Akadémia). Bei der Offenen Kyokushin-Weltmeisterschaft im Oktober 2009 in Budapest übernahm er fachliche Leitungsaufgaben.

2014, zu seinem 60. Geburtstag, erhielt er auf Empfehlung eines internationalen Fachgremiums den 9. Dan – in Anerkennung seiner jahrzehntelangen Arbeit und seiner herausragenden Laufbahn.

Als Gründungspräsident (Kaicho) der von ihm geschaffenen Global Kyokushin Budokai vertritt er eine umfassende Sicht der Kampfkünste. Der Unterricht der Organisation umfasst neben den Grundtechniken des Karate und dem Kampf im Stand auch Nahkampf, Griffe, Niederwürfe, Bodenkampf und Selbstverteidigung. Er befasst sich außerdem mit Kyusho, dem Wissen um die Anwendung empfindlicher anatomischer Punkte.

In seiner fachlichen Sicht verbinden sich ingenieurmäßiges Denken, die Analyse von Bewegungen und jahrzehntelange Erfahrung als Lehrer. Beim Unterrichten von Techniken betont er, ihre Wirkungsweise zu verstehen, sie genau auszuführen und sie praktisch anzuwenden. Budo versteht er als Einheit von körperlicher, seelischer und geistiger Entwicklung: als einen Weg des beständigen Strebens nach Vollkommenheit.

George Dillman würdigte seine Arbeit im Kyusho mit dem 5. Dan; diese Anerkennung bestätigte auch die EKA.

Von 2014 bis 2016 lebte er auf Malta, wo er einen eigenen Karateklub gründete und vor allem Kinder unterrichtete. 2016 zog er nach Deutschland. In Passau gründete er zunächst ein Dojo im Rahmen des Sportvereins Bushidokan und eröffnete 2017 ein eigenes Dojo in der Altstadt. Von dort aus leitete er auch seine internationale Kampfkunstarbeit.

In seinem Buch „Global Kyokushin“ fasste er fast ein halbes Jahrhundert fachlicher Erfahrung zusammen. Über das technische Wissen hinaus behandelt das Buch den Zweck der Kampfkünste, die Sichtweise des Budo und seine eigene Deutung des geistigen Vermächtnisses von Meister Oyama.

Gemeinsam mit seiner Frau, einer Yogameisterin, entwickelte er das System Global Stretching, das die Förderung von Beweglichkeit, Kraft, Gleichgewicht und Körperbewusstsein verbindet. Sein Interesse gilt auch der Sichtweise des Zen, der Spiritualität sowie manuellen und energetischen Methoden.

Im Dezember 2018 nahm ihn die Shobukai Zen-Do Akademie als Meister im 9. Dan in ihre Reihen auf. 2019 nahm ihn die Zen-Gemeinschaft Zensyokan als Laien-Zen-Mönch und Botschafter des guten Willens auf. Unter dem Namen Aikyo wurde er in die Kechimyaku-Überlieferungslinie der Gemeinschaft eingetragen. Die Gemeinschaft würdigte seine Arbeit in ihrem eigenen System auch mit dem 10. Dan.

István Adámy betont, dass sein Grad im Kyokushin Karate der 9. Dan ist. Aus Respekt vor Meister Oyama möchte er in diesem Stil nicht den 10. Dan tragen.

2024 kehrte er aus Deutschland in seine Heimat zurück. Seitdem leitet er die internationale Arbeit der Global Kyokushin Budokai von Ungarn aus und setzt seine Tätigkeit als Lehrer, Autor und Vermittler von Fachwissen fort.

Im Laufe seiner Laufbahn lernte und unterrichtete er Karate in 33 Ländern und konnte sein Wissen und seine Erfahrung mit mehr als 100.000 Menschen teilen. Im Mittelpunkt seiner internationalen Arbeit stehen die Weitergabe von Fachwissen, die Ausbildung von Lehrern und die Unterstützung der Entwicklung von Karategemeinschaften.

Sein heutiges Ziel ist der Aufbau einer umfassenden digitalen Wissensbibliothek, die das über Jahrzehnte gesammelte Fachwissen für die Nachwelt bewahrt, ordnet und zugänglich macht. Durch die Verbindung von technischem, methodischem und philosophischem Wissen will er eine Grundlage für die nachhaltige Entwicklung des Kyokushin und für die Weitergabe des Vermächtnisses von Meister Oyama schaffen. Er ist überzeugt, dass die Werte des Kyokushin es verdienen, auf hohem fachlichem Niveau weiterzuleben und Teil der Bildungssysteme der Zukunft zu werden.

Autor von
Kyokushin Karate I – Die Grundlagen des stärksten Karate, Kyokushin Karate II – Die Kunst der inneren und äußeren Kraft, Das große Kata-Buch – Kyokushin Karate III, Global Kyokushin, Instructor Academy – Karateunterricht, Führung und Wissensweitergabe im 21. Jahrhundert, Dojo Leader Academy I – Finanzielle Führung und das nachhaltige Dojo

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